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Deeskalationstraining

Zunächst einmal möchte ich Ihnen an dieser Stelle kurz die Begriffe Deeskalation und Eskalation erläutern. Eskalation bedeutet in diesem Falle die stufenweise Steigerung von Gewalt zur Ausübung von Macht, Deeskalation dagegen die Verhinderung oder auch Unterbrechung von direkter Gewalt.

 

Grundideen eines Deeskalationstrainings

Eine der Grundideen des Deeskalationstrainings ist es, durch frühzeitige und präventive Auseinandersetzung mit dem Thema "Gewalt" dafür zu sorgen, dass Kinder und Jugendliche in Konfliktsituationen handlungsfähig bleiben und angemessen reagieren können.

 

Zielsetzung

Im Vordergrund eines Deeskalationstrainings steht das Erlernen von konkreten Verhaltensweisen in Konflikt-, Bedrohungs- und Gewaltsituationen. Die Teilnehmer können solche Situationen in einem geschützten Rahmen selbst ausprobieren und das Erlebte gemeinsam reflektieren. Sowohl die "zuschauenden Teilnehmer"  wie auch der aktive Teilnehmer erleben die Situation unterschiedlich. Durch Feedback (Rückmeldung) der Gruppe ist es möglich, genau zu erfahren, ob das jeweilige Verhalten zu einer Verhinderung oder Beendigung einer Konfliktsituation geführt hätte.

 

Zielgruppe

Zielgruppen für ein präventives Training sind sowohl Kinder oder Jugendliche, aber auch Erwachsene, die sich in einem Umfeld aufhalten, wo die Wahrscheinlichkeit groß ist, mit schwierigen und gewaltbereiten Menschen in Kontakt zu kommen. Dies können sowohl Lehrkräfte und Mitarbeiter sozialer Einrichtungen sein, aber auch Mitarbeiter in Unternehmen und staatlichen Einrichtungen.

 

Inhalte des Deeskalationstrainings

 

1. Gemeinsames Kennenlernen

  • Vorstellung der einzelnen Trainer/innen und Teilnehmer/innen
  • Kennenlernspiele
  • Gemeinsames Erarbeiten von Regeln während des Trainings: "Wie möchte ich, wie möchtest Du behandelt werden?"

2. Theorie

  • Täter- und Opferrolle definieren und erkennen, nach dem Motto "Täter suchen Opfer und keine Gegner!"
  • Erkennen und Benennen von Gewalt
  • Unterscheiden lernen zwischen "Bescheid sagen" und somit "Hilfe holen" auf der einen und "Petzen" auf der anderen Seite
  • Handeln, ohne sich und andere in Gefahr zu bringen

3. Praxis

  • Vermittlung von Handlungskompetenzen
  • Entwickeln von Strategien, um angemessen zu reagieren
  • Verbesserung der Wahrnehmungsfähigkeit und somit der Möglichkeit, Gewalt zu erkennen und diese auch benennen zu können
  • Gefühle wahrnehmen
  • Selbstbehauptung durch Einsatz von Gestik, Mimik und Stimme
  • Stärkung des Selbstbewusstseins
  • Reflektion des eigenen Verhaltens

Rahmenbedingungen

Grundsätzlich sollte ein Deeskalationstraining auf einer freiwilligen Basis durchgeführt werden. Jegliche Art von Zwang zu einem präventiven Training mindert die Motivation der Teilnehmer. Das Training sollte für Kinder und Jugendliche ab 12 bis 18 Jahren nach Möglichkeit in einer homogenen, also gleichaltrigen und -geschlechtlichen Gruppe durchgeführt werden, um auf das geschlechterspezifische Rollenverhalten besser eingehen zu können. Für Kinder unter 12 Jahren und Erwachsene kann das Training in in gemischtgeschlechtlichen (heterogenen) Gruppen durchgeführt werden; eine Anpassung an die Ziele der jeweiligen Einrichtung ist individuell möglich. Ein Deeskalationstraining beträgt mindestens 20 Stunden.