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Tierisches Team

 

Nicht jedes Thema lässt sich mit Worten allein bearbeiten. Gerade bei Kindern und Jugendlichen, die wenig Empathie zeigen oder deren aggressives Verhalten Ausdruck von etwas ist, wofür sie noch keine Sprache haben, stoße ich mit reinen Gesprächen oft an eine Grenze. Genau hier setzt die Arbeit mit Tieren an.

Ein Hund reagiert unmittelbar und ehrlich – auf Ruhe genauso wie auf Anspannung. Kinder lernen dabei, wie ihr eigenes Verhalten wirkt, ohne dass ich es ihnen erklären muss: Das Tier zeigt es direkt. Wer lernt, einen Hund zu beruhigen, statt ihn zu dominieren, überträgt diese Erfahrung oft ganz automatisch auf den Umgang mit Menschen.

Kaninchen und Hühner brauchen eine andere Art von Aufmerksamkeit: Vorsicht, Geduld, ein Gefühl dafür, wie viel Nähe gerade angemessen ist. Genau das üben Kinder, die sonst schnell zu grob oder zu fordernd sind – im geschützten Rahmen, ohne dass es gleich um sie selbst geht.

Und selbst etwas so Kleines wie einen Goldfisch zu füttern, kann helfen. Wenn ein Gespräch zu anstrengend wird, wenn ein Thema zu nah kommt, gibt eine einfache, wiederkehrende Handlung wie das Füttern eine Pause – ohne dass das Kind das Gefühl hat, zu versagen oder das Gespräch verlassen zu müssen.

Tiere urteilen nicht. Sie bewerten nicht, ob jemand "gut" oder "schlecht" ist. Genau diese Unvoreingenommenheit macht sie zu einem so wertvollen Werkzeug in meiner Arbeit.